Geschichte des Brunnenmarktes
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Sonderbeilage Brunnenmarkt des Gerlinger Anzeiges - 31.10.1986
Der Brunnenmarkt aus der Sicht des Bauherrn
Interview des Gerlinger Anzeigers
mit Herrn Mack

GAZ: Herr Mack, eine bauliche Dominante des Gerlinger Stadtkerns wird mit der Einweihung Ihres Brunnenmarkt-Geschäftshauses Wirklichkeit, Setzen Sie damit Maßstäbe für die weitere Stadtkernsanierung?

Herr Mack: Ich glaube schon, denn langwierige Verhandlungen zwischen den Planern, der Stadt Gerlingen und uns schufen einen Baustil, der sich nach unserer Überzeugung gut in das vorhandene Stadtbild einfügt. Wenn auch nicht alles nach unseren Wünschen verwirklicht werden konnte, glaube ich dennoch, dass das Werk als gelungen bezeichnet werde kann. Besonders in funktioneller Hinsicht wird das Gebäude Kunden wie Mietern sicher viel Spaß machen.

GAZ. Ärgern Sie sich nicht ein wenig, dass gerade das von Ihnen selbst bewirtschaftete Gebäude bereits 12 Jahre nach seiner Erbauung einen anderen Stil darstellt, einen Baustil, der bereits überholt ist?

Herr Mack: Sehen Sie, so schnell ändern sich die Geschmäcker der Planer. Eigentlich wollten wir damals auch schon eine persönlichere Note verwirklicht haben, doch haben uns alle Verantwortlichen zu diesem Baustil gedrängt, der zugegeben, nicht so viel Wärme und Behaglichkeit ausstrahlt wie der neue Markt. Das war eben der Baustil der 70er Jahre. Mittlerweile sind jedoch die Konturen durch die beiden Neubauten links und rechts etwas weicher geworden. Wir selbst können jedoch damit gut leben, denn was das Innenleben anbetrifft, erfüllt das "alte" Gebäude hervorragend seine Funktion. Auch die solide Bauweise wird den Wertbestand auf Jahre sicherstellen. Zum anderen ist uns ja mit dem Brunnenmarkt etwas optisch Schönes gelungen.

GAZ.- Außenstehende vermuten bei so einem "Prachtbau " sofort hohe Eigenmittel oder besonders großzügige Geldgeber, die damit eingestiegen sind.

Herr Mack: Nichts dergleichen. Als uns so um das Jahr 1970 die Ausweglosigkeit der geschäftlichen Entwicklung im elterlichen Geschäft "Lamm" so richtig klar wurde und wir die Planungen für das Gebäude Kirchstr. 3, dem heutigen Sitz unserer Metzgerei vorantrieben, hielten uns nicht wenige für verrückt, so hoch waren die damaligen Belastungen. Selbst die Banken empfingen uns, der hohen Fremdfinanzierung wegen nicht gerade mit offenen Armen.

Sicher, mit der Finanzierung des Brunnenmarktes ging es etwas reibungsloser, doch ohne beträchtliche Fremdmittel könnte auch hier und heute nicht Einweihung gefeiert werden. Kurzzeitig befassten wir uns bereits mit der Idee des partnerschaftlichen Bauens mit der Familie.

Mut und Kraft zu dieser finanziellen Anstrengung schöpfen wir jedoch aus dem Engagement unserer Kinder, die sich in vorbildlicher Weise für den Betrieb einsetzen und uns zu diesem Schritt ermutigt haben.

GAZ- Eine gewisse Sicherheit haben Sie natürlich mit der Vermietung an solide Fachgeschäfte erhalten, deren Mischung sicher überwiegend Beifall finden wird Nach welchen Kriterien ging die Auswahl vor sich?

Herr Mack: Ich betone in diesem Zusammenhang gerne, dass mir eine gesunde Mischung für unser neues Haus große Sorgen bereitet hat. Glücklicherweise hatte ich hierzu die Ruhe, den notwendigen Fleiß und ein eigenes Konzept, das durch die BdS-Umfrage im Jahr 1984/85 eigentlich unterstrichen wurde, die heutige Zusammensetzung voranzutreiben und zu entwickeln.

Zunächst galt es für uns, nach Geschäften Ausschau zu halten, die auch optisch gewisse Einkaufserlebnisse bieten und in Gerlingen gefragt sind. Hierfür kommen in besonderem Maße Modegeschäfte in Frage. Ein Markt für den kurzfristigen Bedarf, der bereits eröffnet hat, soll die Kunden zudem noch ins Haus bringen. Dienstleistungsbetriebe sollen auf der anderen Seite ein Verweilen im Haus ermöglichen. So ist das Friseurgeschäft eine gute Ergänzung, ganz zu schweigen das Café, über das ich mich für die Gerlinger sehr freue.

Da wir bereits ein Ärztehaus waren, war die Erweiterung auf das Neue nur eine logische Folge. Auch dieses Angebot ist wohlüberlegt und spart besonders lange Wege.

Das Hausinnere ist außerdem so angelegt, dass ein zwangloses Prüfen, Wählen und Einkaufen in den einzelnen Fachgeschäften möglich ist. Besonders den Familien wird künftig ein Einkaufsbummel viel Spaß bereiten.

So haben sich die neuen Mieter bereits über die Eröffnung hinaus zu einer Werbegemeinschaft mit dem Ziel zusammengetan, mit immer neuen Aktionen das Interesse der Gerlinger für den Brunnenmarkt zu wecken.

GAZ- Sie haben also indirekt mit dem neuen Markt dazu beigetragen, dass die Kaufkraft mehr als bisher in Gerlingen gebunden wird und somit letztendlich auch die Stadt davon profitiert.

Herr Mack: So kann man das sicher auch sehen. Besonders wenn man bedenkt, dass dieses Haug auch neue Arbeitsplätze geschaffen hat, Steuergeld erwirtschaftet und so auch der Stadt im besten Sinne dient. Mittel- und langfristig muss es unser Ziel sein, den Innenbereich unserer Stadt so attraktiv wie möglich zu gestalten, d. h. eine gute Mischung an Fachgeschäften zu etablieren, den Fußgängern und Autos ausreichenden Raum anzubieten und trotzdem das für Gerlingen typische kleinstädtische Ortsbild zu erhalten. Ein Ortsbild, von dem alte wie junge Mitbürger angetan sind. Wir Einzelhändler sind gerüstet und in der Lage, den Wettbewerb mit den "Großen" auf der grünen Wiese zu führen. Der große Rahmen hierzu sollte von allen Beteiligten überlegt und zeitgemäß geschaffen werden. Die begonnene Stadtsanierung bietet da natürlich allerhand Varianten.

GAZ- Dann ist also alles eitel Freude im Hinblick auf den 3, November?

Herr Mack: Grundsätzlich ja! Auch die Mieter, glaube ich, haben gestützt auf Umfragen ein gutes Gefühl, schließlich wünschen sich die Bürger ja noch mehr Einkaufsmöglichkeiten am Ort.

Ich hoffe nur, dass jetzt nach "1" auch bald "2" kommt und die Innenstadtsanierung vorankommt mit dem Ziel, dass möglichst alle Gerlinger in unserer liebenswerten Stadt erlebnisreich einkaufen können. Dazu gehört natürlich grundsätzlich ein zweiter Parkierungsschwerpunkt in der Innenstadt und der absolute Erhalt der zahlreichen und gut anfahrbaren im Moment vorhandenen Parkplätze, besonders in der Kirchstraße, wo jetzt viele Geschäfte nebeneinander sind. Dies wäre mein ganz persönlicher Wunsch für unsere Kunden, die Mieter und uns selbst, denn geschäftlicher Erfolg wird immer abhängiger vom Parkraum.

Allen Beteiligten danke ich in diesem Zusammenhang für die nicht immer einfachen Arbeiten im Zusammenhang mit unserem Bauwerk.

Unseren Mietern wünschen wir Gesundheit, dass Sie sich in diesem Hause wohlfühlen und geschäftlichen Erfolg, denn das gibt Mut und Vertrauen für neue Unternehmungen.

GAZ. Herzlichen Dank, Herr Mack, für dieses Gespräch.

> Presseberichte

Sonderbeilage Brunnenmarkt
des Gerlinger Anzeiges - 31.10.1986
"Interview mit Herrn Mack"

LKZ/Wochenblatt-Sonder-
veröffentlichung - 3.11.1986
"Es muss ein Brunnen sein"
"Im neuen Brunnenmarkt soll.."

Gerlinger Bunte - Sept. 2006
"Der Brunenmarkt ..."
"... aus Sicht der Planer"
"... aus Sicht des Bauherren"

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